Archiv für Februar 2008

Zumwinkel kommt an den Bankschalter… oder Transparenz in Handschellen

Februar 17, 2008

Infantil wählt die FAZ als Headline (Von Edo Reents)

Klaus Zumwinkel kommt in Liechtenstein an den Bankschalter und sagt, er möchte ein Konto eröffnen. Wie viel er denn einzahlen möchte, fragt der Beamte, und Zumwinkel murmelt etwas von einer Million. „Sie können ruhig lauter reden“, sagt da der Beamte, „Armut schändet nicht.“So könnte es gewesen sein. Ein Witz ist es auch, dass nun so getan wird, als wäre schon wieder ein Vorbild demontiert worden. Niemand, der halbwegs bei Sinnen ist, sucht sich seine Vorbilder in den beiden Bereichen, die sowieso als schmutziges Geschäft gelten: Politik und Wirtschaft. Wozu braucht man als erwachsener Mensch überhaupt welche? Um daran erinnert zu werden, dass man anständig sein und die Gesetze beachten soll? Vorstandsvorsitzende haben uns in dieser Hinsicht nichts zu sagen.Transparenz kommt mit den HandschellenVorbild ist, in diesem Zusammenhang, eine geradezu obrigkeitsstaatliche Kategorie, die in einer Demokratie immer überflüssiger wird, je weiter das mediale Ausspionieren von Menschen fortschreitet – dergleichen kann doch bloß Ernüchterung hervorrufen. Nur Kinder haben Vorbilder: Lokomotivführer, Ärzte, Fußballer, also Berufe, die sich aus der Anschauung heraus beurteilen und dann auch bewundern lassen. Das Wirken eines Wirtschaftskapitäns aber gewinnt auch für die interessierteste Öffentlichkeit kaum einmal Transparenz, bis irgendwann Handschellen ins Bild kommen und Summen genannt werden. Dieser Mangel an Anschaulichkeit muss natürlich kompensiert werden. Deswegen breitet man die Zumwinkel-Sache auch mit einer gewissen Genüsslichkeit bis ins Detail aus; es wurde kein Haus durchsucht, sondern eine Villa, fast, als wohnte darin ein wunderbarer Märchenprinz fern vom gewöhnlichen Leben. Es ist Sache der Behörden, wie sie solche Fälle angehen; diese Inszenierung kommt jedenfalls nicht nur einem Häme-, sondern auch einem Kitschbedürfnis entgegen. Vermutlich soll damit signalisiert werden, dass die Obrigkeit bei Steuervergehen nun doch durchgreift, und schon fertigt jeder in Gedanken eine Liste mit weiteren Prominenten an, denen es jetzt auch an den Kragen gehen soll.Die Aufklärung, die man damit schon zu leisten meint, bestätigt fürs Erste nur Vorurteile. Die Frage, ob sich etwas zum Besseren, Gerechteren ändern wird, ist genauso treuherzig wie die, ob denn in den Vorstandsetagen noch die Hauspost ausgetragen wird. Nur Kinder würden so fragen.

 

Social Networking: großer Hype um leere Kassen

Februar 15, 2008

Nutzer fühlen sich von Werbung gestört

Die Werbeeinnahmen über Social Networks und Online-Videoportale entwickeln sich schleppender als erwartet. Viele Unternehmen, die hinter den boomenden Internet-Netzwerken das große Geld erhofften, wurden bislang enttäuscht. Inzwischen warnen viele Branchenkenner bereits davor, das Potenzial der sozialen Internetgemeinden zu überschätzen. Zuletzt verwies sogar Google darauf, wie kompliziert es sei, mit den populären Online-Communitys Geld zu verdienen. Der Internetkonzern hatte im Rahmen der Veröffentlichung seiner aktuellen Quartalsergebnisse eingestehen müssen, dass die generierten Werbeeinnahmen über seine sozialen Netzwerke geringer ausfielen als erwartet.

Eines der Hauptprobleme für die Social Networks sind möglicherweise deren Nutzer. „Ich sehe das größte Problem darin, dass sich die Leute auf solchen Plattformen von der Werbung gestört fühlen und sich dagegen auflehnen“, sagt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Derzeit sei das Potenzial für Werbeeinnahmen über soziale Netzwerke gering einzuschätzen. „Man muss weitere Entwicklungen abwarten. Vielleicht ist es möglich, den Nutzern zu vermitteln, dass die Angebote auch refinanziert werden müssen. Doch die aktuelle Situation ist eher schwierig.“

Ernüchtert zeigt sich auch Facebook, das Ende vergangenen Jahres mit seinen Werbetools für Empörung bei Nutzern und Datenschützern gesorgt hatte. Analysten gehen davon aus, dass Microsoft – mit 1,6 Prozent an Facebook beteiligt – über seinen Werbedeal mit dem Networking-Portal Geld verliert, berichtet das Wall Street Journal. Dabei sind die Möglichkeiten, über die populären Netzwerke Einnahmen zu generieren, in Hinblick auf die geplante Yahoo-Übernahme besonders wichtig für Microsoft. Denn ein zentrales Vorhaben des Softwarekonzerns ist es, Yahoos Nutzerbasis zu verwerten und sie mit Online-Werbesystemen zu kombinieren.

Insgesamt schreitet das Wachstum der Werbeeinnahmen über soziale Netzwerke langsamer voran als erwartet. Trotz des Booms sind die Plattformen und Videoportale für die Mehrheit der Werbetreibenden immer noch ein experimentelles Feld. Zudem ist unklar, in welche Richtung sich der Bereich letztlich entwickeln wird. Dennoch bleiben die Unternehmen optimistisch und gehen davon aus, die derzeitigen Schwierigkeiten überwinden zu können.

Das US-Marktforschungsunternehmen E-Marketer rechnet für 2008 mit einem Plus von 70 Prozent bei den Werbeinvestitionen auf Social-Networking-Seiten. Die Ausgaben sollen im Laufe des Jahres in den Vereinigten Staaten auf rund 1,6 Milliarden Dollar wachsen. Bis 2009 erwarten die Experten ein Werbevolumen von 2,02 Milliarden Dollar.

Hello world!

Februar 13, 2008

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