Archiv für Mai 2008

Führten gefakte Bilder zur Intifada?

Mai 26, 2008

Freispruch und Klage
Frankreich streitet um Bilder aus Palästina

GENF, 25. Mai

Nach acht Jahren ist endlich ein rechtsgültiges Urteil gefallen: Der
Medienkritiker Philippe Karsenty ist freigesprochen worden. Er hat
Charles Enderlin, den Israel-Korrespondenten des führenden
französischen Staatssenders „France2″, nicht in seiner Ehre verletzt.
Karsenty bekommt eine Entschädigung. In erster Instanz hatte das
Gericht in Paris noch ganz anders entschieden und Karsenty zu einer
Geldstrafe von tausend Euro verurteilt.

Beim Streit um die Ehre zweier Männer geht es um eine der übleren
Medienfälschungen der jüngeren Vergangenheit. Charles Enderlin und
sein Kameramann hatten am 30. September 2000 Bilder von der
Erschießung des Palästinenserjungen Mohammed al-Dura nach Paris
geschickt. „France2″ eröffnete mit ihnen die Tagesschau, danach gingen
sie um die Welt. Sie waren einer der Faktoren, die zur zweiten
Intifada führten. Mohammed al-Dura wurde zum „Märtyrer“: Auf
Transparenten und auf Mauerinschriften – auch auf einer tunesischen
Briefmarke wurde seines Schicksals als Opfer der unmenschlichen
israelischen Armee gedacht. Enderlins Bilder finden sich auch auf dem
Video, auf dem zu sehen ist, wie dem amerikanischen Journalisten
Daniel Pearl die Kehle durchgeschnitten wurde.

Doch die Ereignisse von Ende September 2000, die von Terroristen zum
Vorwand genommen wurden, waren eine Inszenierung, mit der die
Weltöffentlichkeit manipuliert werden sollte. Dass Charles Enderlin
dies damals wusste oder ahnte, dass er an der Manipulation gar
beteiligt war, hat niemand behauptet. Aber er und sein Sender haben
sich mit einem bornierten Eifer gegen die Aufklärung gewehrt, der die
schlimmsten Befürchtungen aufdrängt. „France2″ hielt auch das bei der
Nachrichtenausstrahlung nicht verwendete Material unter Verschluss.
Und den Film der deutschen Journalistin Esther Schapira, der Zweifel
an der Richtigkeit von Enderlins Fernsehbildern bekundete, wollte man
nicht zur Kenntnis nehmen. Als Philippe Karsenty in seinem Newsletter
„Media-Ratings“ die Zweifel als heftige Anschuldigungen gegen Enderlin
und „France2″ formulierte, klagten die Kritisierten. Und bekamen
zunächst recht.

Doch internationale Berichte haben das Gericht veranlasst, die Sache
auch inhaltlich etwas genauer zu betrachten. In zweiter Instanz sind
„France2″ und Enderlin abgeblitzt. Doch in ihrer unverbesserlichen
Sturheit gehen sie auch jetzt noch weiter: Sie wollen eine
Nichtigkeitsbeschwerde einreichen. Die französischen Medien haben
nur knapp berichtet, bei der Verkündung des Urteils waren vor allem
israelische und amerikanische Journalisten vertreten. Gespannt sein
darf man auch auf die Reaktionen in der arabischen Welt, wo Plätze und
Schulen nach Mohammed al-Dura benannt sind. Sollte die Vermutung
stimmen, dass er noch lebt, wäre das nicht nur für ihn eine gute
Nachricht. JÜRG ALTWEGG
Text: F.A.Z., 26.05.2008, Nr. 120 / Seite 42

Sozial 2.0: Der Identitätskrisen-Check

Mai 25, 2008

Identitäten in Sozialen Netzwerken haben scheinbar ähnliche Metaphern wie das echte Leben: Freunde, Alter, Geschlecht, Liebe, Tod, Karriere und Leben. Wie hängt die digitale Identität mit freien Entscheidungen zusammen? Wie kompatibel mit real life ist die Möglichkeit sein Geschlecht, sein Alter und seine Freunde zu ändern?

Sascha Kösch in De:Bug 120

Wer kennt sie nicht, die Identität. Ein wackeliges Ding, vor allem für all jene, für die Identität eher ein Problem als eine Eigenschaft ist. Man kann ja nicht ernsthaft davon reden, dass dieses Jahrhundert besonders darauf aus wäre, dass man bei einer Identität bleibt. Aber ein wenig Stabilität macht schon Sinn. Nur was ist mit den Sozialen Netzwerken, der Identitäts-Maschine Nummer eins zurzeit? Taugen die überhaupt in der Krise?

Wir haben uns einige Szenarien üblicher Identitätskrisen und eine Hand voll sozialer Netzwerke auf ihre Tauglichkeit in eben solchen angesehen und fanden gelegentlich Erschütterndes heraus. Hinter der Szene sozialer Netzwerke lauert ein noch unerschöpftes Minenfeld sozialer Dramen. Eigentlich also genau das, was man in Identitätskrisenzeiten nicht brauchen kann.

Is it a Boy or a Girl?

Nicht nur die Verwandtschaft steht voller Spannung vor dem Kreißsaal und stellt sich eben diese Frage, sondern – je nach hormonaler Lage – ist man sich selbst, was das Selbst und sein Gender betrifft, gelegentlich nur halb so sicher, wie man vielleicht gerne wäre. Und – hurrah – wenigstens in diesem Punkt taugen soziale Netzwerke, auch wenn hier die strikte Geschlechtertrennung vorherrscht. Male/Female kann man sowohl bei MySpace als auch bei Facebook und StudiVZ ändern. Bei Xing (keine Teenager- oder Studentenplattform) ist – nicht schlecht – die Geschlechterfrage gleich durch die Anredeform ersetzt worden und auch die kann man ändern. Entscheiden aber sollte man sich für ein Gender, und das ganze Spiel zwischen den strikten Geschlechtsformationen muss man dem Rest der Seite überlassen oder sich gleich als Musiker anmelden (bei MySpace oder Virb oder so), denn Musiker haben irgendwie kein Geschlecht.

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Grafiken: Chris Harrison

Du bist so alt, wie du dich fühlst

Rentner sind wieder wer. Nicht nur in den Chefetagen von Procter & Gamble. Auch Studenten wünschen sich immer öfter, endlich Rentner sein zu dürfen, vermutlich weil sie genau wissen, dass sie nie welche sein werden. Alter ist längst nur noch eine Variable, und Variablen sind mindestens von einer gewissen Unbeständigkeit. Hier allerdings wird es kompliziert. Zwar lassen sich sowohl StudiVZ, MySpace als auch Facebook dazu „missbrauchen“, z.B. jeden Tag Geburtstagsglückwünsche zu ermogeln, aber nur auf den ersten beiden lässt sich auch das Geburtsjahr ändern, falls man z.B. meint, man wäre heute so alt wie Helmut Schmidt vor dem Raucherbein. Bei Xing ist das Geburtsdatum zementiert, und wer sich einmal zum Rentner gemacht hat (bei MySpace z.B. sind nicht wenige zwischen 101 und 102 Jahre alt, allein weil das Formfeld aufsteigend sortiert mit 1906 beginnt), der darf sich später nicht beschweren, wenn ihn niemand mehr anstellt. All die, die mit einer Karriere als ewiger Teenager liebäugeln, sollten also definitiv auf Facebook und Xing verzichten.

Sie hat mich verlassen

Oder er. Oder es. Beziehungskrisen machen nicht nur 90% des Geschwätzes (Print, Tresen, etc.) aus, sondern sind wirklich nicht selten. Und einer Beziehungskrise folgt normalerweise ein akuter Wechsel des Freundeskreises. Hältst du zu ihm oder zu ihr? Eine an sich skurrile Frage, deren entschiedene Beantwortung aber normalerweise deine Normalität bestätigt. Nicht so im Web2.0-Netz. Das könnte in dieser Hinsicht von Ursula von der Leyen erfunden worden sein. Die schändliche (Unterlassungsklage liegt dem Bundesverfassungsgericht vor) Vermeidung der Untergruppierung des eigenen Freundeskreises nach freien Kriterien in sämtlichen sozialen Netzwerken ist genau genommen eins ihrer größten Probleme. Einzig Facebook erlaubt einem, den Freundeskreis in einzelne Listen zu unterteilen. Aber den gesamten Batzen nun verfeindeter Freunde mit dem nachdrücklichen One-Click, den eine Trennung eigentlich als Geste nach sich ziehen würde, loszuwerden, ist auch hier unmöglich. Bei jedem Einzelnen muss man sich schmerzlich an die Beziehungskrise erinnernd durch die Kreuze clicken.

Holt mich hier raus, ich bin kein Star

In den letzten Monaten war das dank diverser Diskussionen rings um Dataportability endlich mal auf dem Schirm. Aber geändert hat sich an der traurigen Situation immer noch nichts. MySpace passt einfach nicht mehr zur dir, das ist dir zu kindisch, du möchtest lieber ein Facebooker werden. Freunde mitnehmen? Fehlanzeige. Exportieren? Nur bei Xing. (Moment mal, Import ging doch überall??? So schwer kann das doch nicht sein.) Blogeinträge mitnehmen zur neuen Plattform? Nix da. Deine Identität, schön mit dir verknotet, ist letztendlich immer auf der Plattform verankert und die rückt sie einfach nicht so leicht wieder raus. Ob sich daran jemals etwas ändern wird, kann man zwar hoffen, da jeder User, jede Seite, jeder Eintrag, jedes Bild aber bares Anzeigengeld sind und die Firmen untereinander um eben „deine“ Identität konkurrieren, sehen wir da bestenfalls einen blassen Schimmer von Möglichkeiten.

Ich geb den Löffel ab, mach du da weiter

Radikale Situationen erfordern gelegentlich radikale Lösungen. Klar will man sich nur seiner Identität entziehen, man kann sich auch einfach tot stellen, deaktiviert alle Mitteilungsfunktionen der Profile oder wechselt am besten gleich den Mailaccount und geht einfach auf keine der ehemaligen Identitätsspielplätze mehr. Aber nehmen wir mal an, du willst diese Phase nicht nur aus deinem Gedächtnis löschen. Neben der üblichen Click-Orgie brauchen MySpace und StudiVZ dafür z.B. 48 Stunden. Bei Xing ist mir nach halbstündiger Suche immer noch nicht klar, ob ich gehen kann. Facebook lässt einen – da kann man deaktivieren, so viel man will – auf ewig als Zombie weiterleben. Aber all das ist noch keine wirklich radikale Situation. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Du hast gerade die neusten Spam-Kommentare auf deiner MySpace-Seite gelöscht, gehst dir zur Belohnung ein Croissant holen und der Döner-Laster sieht dich einfach nicht kommen. Nun kann einem, so man denn zu Roadkill geworden ist, völlig egal sein, was mit dem digitalen Ich weiter passiert, aber schließlich hat man ja doch einen gewissen Stolz entwickelt, was das eigene 2.0-Spiegelbild betrifft. Und wäre es nicht schön, wenn genau der richtige deine Identität testamentarisch 2.0 vorbestimmt weiterführen könnte? Sagen wir mal als schnuckelig-flashiges Kondolenzbuch? Bei dieser entscheidenden Identitätsfrage (sein oder nicht sein) versagen letztendlich alle sozialen Netzwerke. (aus debug)

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Unmut über die Verlegung der Pfingstferien

Mai 11, 2008

Frühbucher sind verärgert (Südkurier)

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Eine Woche früher sollen die Pfingstferien im kommenden Jahr sein. Damit die Familien bei wichtigen Europa- und Kommunalwahlen nicht verreist sind. Die Regierung fand die Lösung gut, andere nicht.

Dass Unternehmen wie die Baier&SchneiderGmbH aus Heilbronn massive Bedenken anmelden würde, konnte die Landesregierung ahnen. Denn der Schulartikel- und Kalenderhersteller gibt an, 80 Prozent der Kalender für das Jahr 2009 bereits gedruckt und ausgeliefert zu haben. Und weil sich Buchungen und Urlaubsplanungen am Kalender orientieren, fürchtet nicht nur diese Firma Regressforderungen und „Vertrauensverlust“. Die Landesregierung aber bleibt dabei: Die Pfingstferien 2009 werden verschoben. Sie finden eine Woche früher statt als ursprünglich geplant, nämlich vom 25.Mai bis zum 6.Juni statt wie ursprünglich geplant, vom 2. bis 13.Juni. Grund sind anstehende Wahlen: Am 7.Juni sind die zusammengelegten Kommunal- und Europawahlen. Bliebe es bei der alten Planung, lägen diese mitten in den Schulferien. Keine gute Prognose für eine zufrieden stellende Wahlbeteiligung, fand die Landesregierung. Am letzten Ferientag kämen alle Familien nach Hause. „Wir bauen dadurch einer geringen Wahlbeteiligung vor und erleichtern die Organisation für ehrenamtliche Wahlhelfer“. Zehntausende Ehrenamtliche zählen an den Wahltagen im Land Wahlzettel aus. Dies in den Ferien tun zu müssen, hätte die Bereitschaft gewiss nicht erhöht.

Günther Oettinger referierte das Ergebnis der Anhörung deshalb gelassen: Selbst die Tourismusverbände hätten sich nicht „mit blanker Ablehnung geäußert“. Dennoch gab es in der Anhörung etwa zu 40 Prozent Nein-Stimmen. Landeselternbeirat und Landeschulbeirat lehnten kategorisch ab, der Landesschülerbeirat nahm „zur Kenntnis“. Eine Begründung lieferten die Verbände nicht. Der Hauptpersonalrat der Gymnasien antwortete gar nicht, der der Grund-, Haupt- und Realschulen „begrüßte“ die Verlegung, der Personalrat an Berufschulen aber lehnte ab – mit der Begründung, langfristig geplante Schultermine sollten „grundsätzlich nicht durch aktuelle politische Ereignisse geändert werden“. Auch der Philologenverband sieht in den Ferien „keine änderbare Verfügungsmasse“, die Planungen müssten „mit erheblichem Zeitaufwand angepasst werden“. Man lege beispielsweise bewegliche Ferientage zwei Jahre vorher fest.

Mit bereits gebuchten Reisen argumentierte keine Gruppierung in der Anhörung. Doch genau in den „Frühbucherrabatten“ vermutet man in der Landesregierung den Grund einiger Ablehnungen. Auch ist zu hören, dass viele Organisatoren von Pfingstfreizeiten, die weit im Voraus planen, ungehalten sind. Oettinger schließt deshalb nicht aus, dass Betroffene Schadensersatz fordern könnten. Laut einem BGH-Urteil müssen sich Reiseveranstalter und Kunden die Stornokosten teilen. Die könnten beim Land geltend gemacht werden. Größere Folgeprobleme erwartet man in der Regierungszentrale dennoch nicht. In der Abwägung aber sei die Vorverlegung der Ferien zugunsten einer besseren Möglichkeit, zur Wahl zu gehen, das höhere Gut. Bayern, wo die Pfingstferien gleichzeitig sind, will den Termin bislang nicht verlegen.

Schwabenstreiche, Klappe die zweite

Mai 11, 2008

eigentlich sind die Schwabenstreiche eine Episode der Vergangenheit, möchte uns die Literatur glauben machen. Doch dem ist bei weitem nicht so, denkt man etwa an das Tun unserer Regierung in Stuttgart:

Kabinett verlegt Pfingstferien

Ministerrat setzt Pfingstferien neu fest – In der Anhörung äußern vor allem Eltern und Lehrer Bedenken – Tourismus flexibel

Mit Rücksicht auf die Wahlen verlegt das Land die Pfingstferien 2009. Sie dauern vom 25. Mai bis 6. Juni. Ministerpräsident Günther Oettinger rechnet allenfalls mit wenigen Schadenersatzforderungen, dafür aber mit höherer Wahlbeteiligung.

Gegen den Willen des Landeselternbeirats, des Landeschulbeirats und des Philologenverbands hat das Kabinett gestern die Pfingstferien für das kommende Jahr um eine Woche vorverlegt. Der Hauptpersonalrat der Lehrer an den beruflichen Schulen hatte sich ebenfalls dagegen ausgesprochen.

Die Tourismusverbände haben laut Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) differenzierte Stellungnahmen abgegeben und sich „nicht mit blanker Ablehnung geäußert“. So sieht der deutsche Reiseverband wenig bis keine Probleme, der deutsche Tourismusverband hat keine Bedenken, wenn der neue Termin rechtzeitig festgelegt werde.

Ein Jahr Planungsphase sieht der Ministerrat laut Oettinger als ausreichend an. Regressforderungen seien zwar nicht ganz auszuschließen, sagte der Ministerpräsident gestern. Dank des Vorlaufs sei aber wohl „mit wenig Schadenersatzansprüchen zu rechnen“. Eng werden könnte es jedoch für die Kalenderhersteller. 80 Prozent der Produktion für 2009 sei bereits gedruckt, die ersten Kalender würden bereits ausgeliefert, heißt es aus der Branche.

Kultusminister Helmut Rau (CDU) erklärte, der Ministerrat sehe sich nach Gewichtung der Ergebnisse aus der Anhörung darin bestärkt, die Ferien vorzuverlegen. Die Europawahl wird voraussichtlich am 7. Juni 2009 stattfinden. Damit liegt sie nun am Ende und nicht mehr mitten in den Pfingstferien. Gleichzeitig sind in Baden-Württemberg Kommunalwahlen geplant. Durch die Verlegung der Ferien werde es jetzt einfacher, ehrenamtliche Wahlhelfer zu finden, sagte Oettinger. Auch wollte man einer geringen Wahlbeteiligung vorbeugen.

Dem kann der Philologenverband nicht folgen. Man sehe keine Notwendigkeit für die Verlegung, sagte der Landesvorsitzende Karl-Heinz Wurster. Wer wählen wolle, könne dies per Briefwahl tun. So hatte auch Bayern argumentiert. Auch dort fällt der Europawahltermin mitten in die Pfingstferien. Das Nachbarland ändert nichts an der Ferienregelung. Wurster führte an, Schulen würden etwa die beweglichen Ferientage zwei Jahre im voraus abstimmen. Auch seien die Abschnitte von Ferien und Unterrichtszeit keine Verfügungsmasse.

Die Termine für die Abiturprüfung und die Abschlussprüfungen an Realschulen sind durch die Verlegung der Ferien nicht betroffen, sagte eine Sprecherin Raus. Jedoch müssen die Abschlussarbeiten im Fach Deutsch an den Hauptschulen verlegt werden. Sie waren für den 26. und den 27. Mai 2009 vorgesehen. Aus den Hauptschulen gab es keine Proteste. Neu organisieren müssen sich auch die beruflichen Schulen. Sie legen ihre Prüfungstermine dezentral fest.

Formfehler bremst beleidigte Richter

Mai 10, 2008

mal wieder etwas „nettes“ auf lawblog gefunden:

Unsere Justiz stöhnt ständig über Überlastung. Das hinderte höchste Kreise aber nicht, mit viel Energie jede Menge heiße Luft in einen winzigen Fall zu pumpen. Doch diese stark angeschwollene Blase ließ gestern Amtsrichter Hans-Werner Telle-Hetfeld mit nur einem Piekser platzen.

Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf ging gegen einen Rechtsanwalt aus Wuppertal vor, weil der einen Antrag giftig formuliert haben soll. Es sind die fünf Berufsrichter im Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf (OLG), die sich von Anwalt Jochen Thielmann wohl in ihrer Ehre verletzt fühlen – der sollte deshalb insgesamt 9 000 Euro Geldstrafe zahlen.

Thielmann verteidigte einen vor dem OLG auch wegen Betruges angeklagten Mann. Er warf dem Senat unter anderem vor, der argumentiere bei der rechtlichen Beurteilung „rein ergebnisorientiert“. Der Senat habe das Ziel, den Angeklagten zu verurteilen. (weiterlesen)